Irgendwas mit Kultur… auch in 2026!

Wir machen das stellvertretend. Also für die Stellen, an denen der Film eigentlich laufen sollte. 
Was soll man sagen. 

Herr Merz, für den Fall, dass Sie hier mitlesen – wer weiß! – kommen Sie, schauen Sie sich das an. 
Ich hab Sie gesehen, im Publikum bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises vor zwei Jahren. Margot Friedländer spach auf der Bühne, seid Menschen, hat sie gesagt. So hat es damals auch angefangen, hat sie gesagt. Ich bitte euch, mich zu unterstützen, dass die Geschichte sich nicht wiederholt, hat sie gesagt. Und Sie haben geweint, Herr Merz, ich hab’s gesehen, ich bin fast sicher. Sie haben vermutlich trotz allem irgendwo da drin ein Herz und wollen auch nicht, dass die Geschichte sich wiederholt.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie schon am nächsten Tag wieder die Kraft gehabt, irgendwas Rassistisches im Bundestag zu sagen. Ein halbes Jahr später hat Ihre Partei mithilfe mit der Partei, deren Namen wir nicht sagen, eine Mehrheit für einen Antrag auf mehr Zurückweisungen an den Grenzen erreicht, und seitdem, ach, wem sag ich’s.
Schwierig, Arzttermine zu bekommen? Das liegt natürlich an der Migration. Steuergelder knapp? Kein Wunder, bei der Migration. Wetter schlecht? Essen angebrannt? Bedauerliche Fälle, müssen wir drüber sprechen, aber dann müssen wir auch darüber sprechen dürfen in Deutschland, dass ein beträchlicher Anteil dieser Mahlzeiten aus der Gruppe der Zuwanderer heraus angebrannt wird.
Trotzdem, geweint haben Sie. 

Es sind Sie und die Ihren, die häufiger weinen müssten, regelmäßig am besten, damit es sich einschleift, das Mitgefühl. Damit der Muskel dafür wächst und stark genug wird und verdammt nochmal Ihre Politik mitbestimmen lernt. Sie und die Ihren sollten Kein Land für Niemand schauen, und nicht nur einmal.

„Irgendwas mit Kultur… auch in 2026!“ weiterlesen

Folky Pop Rock! Story, Song and Dance!

IRGENDWAS MIT KULTUR: BOMBADIL (US). SA 13.09.2025

Tom Bombadil! Eine der schillerndsten, faszinierendsten und meistdiskutierten Figuren der gesamten Literaturgeschichte, also, der gesamten Literaturgeschichte aus der Perspektive eines Vierzehnjährigen, der bis dato ausschließlich Fantasyromane gelesen hat, aber davon immerhin viele.

Als bekannt wurde, dass Bombadil in der Verfilmung der Herr-der-Ringe-Trilogie von Peter Jackson nicht auftauchen würde, ging ein wilder Aufschrei durch die Nerds (normale Menschen bemerkten davon nichts). Bombadil. Allein das Wort schon. Bombadil.

Und nun taucht Bombadil bei uns auf, und zwar als Band. Wir sind geehrt.

Wie klingt das dann? Überlassen wir Tolkien das Wort, er weiß es am besten:

“Da ertönte noch einmal der Gesang, und plötzlich – hüpfend und tanzend den Weg entlang – tauchte über den Schilfrohren ein alter zerbeulter Hut mit hoher Krone auf, in dessen Band eine lange blaue Feder steckte. Mit einem weiteren Hüpfer und Satz kam ein Mann in Sicht, oder so schien es. Jedenfalls war er zu groß und schwer für einen Hobbit, wenn auch nicht ganz groß genug für einen der Großen, aber Lärm machte er genug für einen, stapfte mit großen gelben Stiefeln an seinen dicken Beinen dahin und wühlte sich durch Gras und Binsen wie eine Kuh, die zum Trinken geht. Er trug einen blauen Rock und hatte einen langen braunen Bart; seine Augen waren blau und leuchtend, und sein Gesicht war rot wie ein reifer Apfel, aber von hundert Lachfältchen durchzogen. In seiner Hand trug er auf einem großen Blatt wie auf einem Tablett einen kleinen Stapel weißer Wasserlilien.”

So klingt das.

Wir freuen uns auf folksige Gemütlichkeit, wunderbar merkwürdige Texte, fußwippende Rythmen, schöne Harmonien und gelegentliche Ausbrüche von crazy dancing.

Und wenn das noch nicht gereicht hat um sich das vorzustellen – vielleicht hilft dies.

Wie Ihr das kennt: Einlass um 20 Uhr, Konzertbeginn um 20:30 Uhr.

(Zitat aus J.R.R. Tolkien, Der Herr der Ringe: Die Gefährten, Übersetzung von Margaret Carroux, 1969)

Ein Konzert. Hier. Im Sommer. Wie schön.

IRGENDWAS MIT KULTUR: MARLA MOYA (D). SA 19.07.2025

UPDATE: Support von Karwendel (D)

Die Menschen, die hier schon länger mitlesen und mithören, wissen: Wir machen das nur ganz selten, dass wir einen Act ein zweites Mal einladen – dafür muss es uns schon ganz besonders gut gefallen haben. Dass Marla schonmal bei uns war, wissen allerdings nur diejenigen, die schon sehr, sehr lange mitlesen und mithören: Das war 2018, bevor… naja. Bevor alles. Damals kam sie zusammen mit David Celia, und die beiden– ich glaube, die korrekte Formulierung ist „eroberten die Herzen im Sturm“. Nur angemessen, wenn man mit einen Hit namens „In the Wind“ unterwegs ist, den wir auch sieben Jahre später noch gern im Ohr haben. Und Charme und Witz auf der Bühne hat sie obendrein.

Nun kommt sie als Marla Moya wieder zu uns, mit einem neuen, volleren, vage fleetwoodmackigem Sound im Gepäck, den man ganz gut zur Erläuterung des Begriffs „mellow“ ins Oxford Dictionary schreiben könnte. Wie schön.

Und dann unterstützt sie in und aus Hamburg auch noch Karwendel als Opener. Sprich Doppelkonzert. Sprich doppelter Grund, dabei zu sein. Ein schöner Sommerabend, offene Türen, Terrasse als Neben-schau-Platz, ein kühles Getränk dazu, Träumchen.

Einlass um 20 Uhr, Konzertbeginn um 20:30

Wärmere Töne angeschlagen

IRGENDWAS MIT KULTUR: JG SHADID (USA). MO 2.12.2024

Manchmal, zu oft in letzter Zeit, komme ich erst dazu, mir die Musik richtig anzuhören, wenn Kollege Florian mir zum dritten Mal auf die Füße getreten ist, dass wir jetzt aber mal einen Ankündigungstext brauchen. Das sind oft keine idealen Bedingungen, um ganz schnell irgendwie eine Beziehung zum Angekündigten zu entwickeln und dann etwas darüber zu schreiben, das nicht zu sehr nach beliebigen Indie-Folk-Pressetextbausteinen klingt.
Glücklicherweise fällt die Musik von JG Shadid schon nach drei Takten in ein Loch in meiner Brust (vermutlich sind „die Zeiten“ dafür verantwortlich), das ungefähr genau die Form der Musik von JG Shadids Musik hat.
Mit der Stimme ganz nah am Ohr, den hoffnungsvollen Texten, den summbaren, geradezu summpflichtigen Melodien und der minimalistischen Instrumentierung ist sein aktuelles Album „Folk Cinema“ (noch unter dem Namen Joe George) wie, wie, wie… wie eine kuschlige abgetragene Lieblingsjacke gegen den Herbstwind.

Somebody told you that you’re weak because you needed some help? Well somebody was wrong.
Somebody used up all their strength, trying to carry the weight, just trying to prove that they’re strong.
Don’t have to do it yourself
Don’t have to do it yourself
Don’t have to do it yourself

Einlass um 20 Uhr, Konzertbeginn um 20:30

Ausgebildeter Musiker!

IRGENDWAS MIT KULTUR: JOEL MING (UG/D). SA, 06.07.24

Cooler Typ, sieht vage bekannt aus?

Das ist entweder, weil ihr ihn bei uns schon als Vorband gesehen habt. Oder weil er euch regelmäßig Gemüse verkauft. Oder beides.

In beiden Fällen wisst ihr, dass er eine Stimme aus Honig hat (er singt auch beim Gemüseverkaufen).

Nun, nachdem er seine Ausbildung bei uns erfolgreich beendet hat (!), bekommt er endlich seine verdiente Headline-Show in der warenwirtschaft, mit viel Raum für seine Musik, in der er Soul, RnB und seine ugandischen Wurzeln mit Charme, Gefühl, Gesang und Gitarre kunstfertig vermischt.

Türen auf wie immer um acht, Einlass wie immer um 20:30, kommt zahlreich!

Kulturelles Ferienprogramm!

IRGENDWAS MIT KULTUR: EMILY BARKER (AUS). MI, 22.05.24

Ist euch auch die Titelmusik von „Wallander“ beim BBC auch so hängengeblieben? Der Wallander-Version mit Kenneth Branagh, die gar nicht in Schweden spielt? Nein? Mir auch nicht, ich wusste gar nicht, dass es die Serie gibt. Aber warum Emily Barkers Song „Nostalgia“ in einer Wallander-Serie gut aufgehoben ist, erschließt sich sofort, wenn man ihn hört: Sehnsuchtsvoll, wehmütig, kraftvoll – „haunting“, wie Wallander sagen würde, wenn er Engländer wäre und nicht Schwede. Mit anderen Worten: Das ist eine tolle Musik, und beileibe nicht die einzige, die Barker in ihrer langen Singer-Songwriter-Karriere geschrieben hat, es ist die Rede von plusminus 200. Plusminus vielleicht 10-15 davon spielt sie bei uns in der warenwirtschaft, für euch. Wir freuen uns, kommt zahlreich!

Einlass wie immer um acht, Beginn wie immer um 20:30