Irgendwas mit Kultur… auch in 2026!

Wir machen das stellvertretend. Also für die Stellen, an denen der Film eigentlich laufen sollte. 
Was soll man sagen. 

Herr Merz, für den Fall, dass Sie hier mitlesen – wer weiß! – kommen Sie, schauen Sie sich das an. 
Ich hab Sie gesehen, im Publikum bei der Verleihung des Deutschen Filmpreises vor zwei Jahren. Margot Friedländer spach auf der Bühne, seid Menschen, hat sie gesagt. So hat es damals auch angefangen, hat sie gesagt. Ich bitte euch, mich zu unterstützen, dass die Geschichte sich nicht wiederholt, hat sie gesagt. Und Sie haben geweint, Herr Merz, ich hab’s gesehen, ich bin fast sicher. Sie haben vermutlich trotz allem irgendwo da drin ein Herz und wollen auch nicht, dass die Geschichte sich wiederholt.

Wenn ich mich richtig erinnere, haben Sie schon am nächsten Tag wieder die Kraft gehabt, irgendwas Rassistisches im Bundestag zu sagen. Ein halbes Jahr später hat Ihre Partei mithilfe mit der Partei, deren Namen wir nicht sagen, eine Mehrheit für einen Antrag auf mehr Zurückweisungen an den Grenzen erreicht, und seitdem, ach, wem sag ich’s.
Schwierig, Arzttermine zu bekommen? Das liegt natürlich an der Migration. Steuergelder knapp? Kein Wunder, bei der Migration. Wetter schlecht? Essen angebrannt? Bedauerliche Fälle, müssen wir drüber sprechen, aber dann müssen wir auch darüber sprechen dürfen in Deutschland, dass ein beträchlicher Anteil dieser Mahlzeiten aus der Gruppe der Zuwanderer heraus angebrannt wird.
Trotzdem, geweint haben Sie. 

Es sind Sie und die Ihren, die häufiger weinen müssten, regelmäßig am besten, damit es sich einschleift, das Mitgefühl. Damit der Muskel dafür wächst und stark genug wird und verdammt nochmal Ihre Politik mitbestimmen lernt. Sie und die Ihren sollten Kein Land für Niemand schauen, und nicht nur einmal.

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Geprüfter Bioladen, zum Beispiel

Das ist ja schon ganz gut, dass „bio“ geprüft wird, Bioläden wie wir werden geprüft und zertifiziert, besonders natürlich auch die HerstellerInnen. Ist für die und auch uns dann schon aufwändig und etwas nervig und sogar teuer. Aber Ihr als Einkaufende wisst dann, womit Ihr es zu tun habt und worauf Ihr Euch verlassen könnt. EG-Bio-Prüfungen gibt es, Demeter-Prüfungen, Bioland-Prüfungen usw.

Wäre schon gut, wenn das in anderen, noch ungleich wichtigeren Bereichen auch so wäre. Zum Beispiel wenn Parteien, die vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuft werden, vom Bundesverfassungsgericht dann auch überprüft werden. Verrückt, dass das einfach nicht passiert. Aber das soll sich ändern. Die Hamburgische Bürgerschaft hat sich schon dafür ausgesprochen, aber der Bundesrat hat noch keinen Antrag beim Bundesverfassungsgericht gestellt.

Und bis das passiert, gibt es in immer mehr Landeshauptstädten an jedem zweiten Samstag im Monat eine Demonstration. Lustige, bunte, lebendige Demos sind das. Mit Leuten aus Musik und Comedy, mit Lachen, Tanzen und Singen.

[Jetzt zum Beispiel ist es schon bald wieder so weit: Am 14.03. ab 14 Uhr – der Treffpunkt wird noch bekannt gegeben.] Hier zum Beispiel.

AKTUELLSTER TERMIN: SAMSTAG, 11.04.2026! 14 Uhr am Rathausmarkt.

Also lasst da mal hingehen!

Wieder mal Pause machen

Wie jedes Jahr nutzen wir die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr, um eine kleine Pause einzulegen. Familien besuchen. Füße hochlegen. Und auch Inventur machen.

Am 23.12.25 haben wir noch total normal bis 19 Uhr geöffnet. Ab dem 24.12. dann nicht mehr und das bis zum 4.1.26.

Ab 9 Uhr am Montag, den 5.1.26 sehen wir uns dann also möglicherweise wieder!

Wir wünschen Euch sehr schöne und erholsame Tage, feine Feste, gutes Essen,…. alles das! Danke, dass Ihr 2025 mit uns bewirtschaftet habt!

warenwirtschaft newsletter no. 71

Liebe Einkaufende, liebe Mitlesende,

es ist Herbst im Jahr 2025 und uns gibt es jetzt schon mehr als 17 Jahre. Also unseren Laden. Uns selbst gibt es schon noch ein bisschen länger.

Als meine Tochter so etwa 17 war, hat sie mir mehrfach versichert, wie toll es sei, dass ich im Bioladen arbeite. Es schien ihr ein großer Vorteil zu sein, nie einkaufen zu müssen, anders als ihre Freund*innen. Die Sache mit der Nahrungsbeschaffung für Zuhause schien Ihr so recht unaufwändig erledigt zu sein.

Die ersten Babys, die von ihren Eltern in die warenwirtschaft getragen oder geschoben wurden, durften wir einige Jahre beim Größerwerden, Selberlaufen und KindereinkaufswagendurchdenLadenSchieben beobachten. Plötzlich verschwanden viele von ihnen und jetzt, viel viel später, sind sie beispielsweise zum Austausch im Ausland oder kommen selbst zum Einkaufen, und es ist wirklich kaum zu glauben, wie groß sie geworden sind. Die haben Bärte, Piercings, Tattoos und kennen sich meist ganz gut aus mit guten Lebensmitteln. Damit sind wir sehr zufrieden.

Was Ihr mit den Kindern zwischen 6 und 17 Jahren macht, ist für uns ein komplettes Rätsel. Die sehen wir quasi nie. Scheinbar, das ist zumindest unsere Hoffnung, geht Ihr selbst so gerne einkaufen, dass eure Kinder das nicht auch müssen, Ihr könnt ja nicht ALLE das so lösen wie wir und einen eigenen Bioladen haben. Das hätten wir vielleicht auch inzwischen gemerkt.

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warenwirtschaft newsletter no. 70

[Hinweis des Herausgebers: Dieser Newsletter ist schon ein bisschen was älter. Aus dem Januar 2025. Es wird auch bald einen neuen, frischen, geschliffenen, wortreichen geben. Seht diese Rückschau hier als eine Vorschau auf das, was kommt. Denn wir hatten im Januar schlicht vergessen, diesen Brief auch auf der Internetseite hochzuladen. Das holen wir hiermit nach. Und dann, wie gesagt, in mittelwenigen Tagen schon ein neuer Newsletter!]

Ja Hallo!

Puh. Wir sollten uns wirklich abgewöhnen, in den ersten Sätzen des Newsletters zu bedauern, wie lange der letzte Letter her ist. Nämlich meist ganz schön lange. Und jetzt, ich habe es geprüft, gab es den letzten ordentlichen Brief von uns im Juli 2023, seitdem nur kurze Schließzeitankündigungen und Kulturelles und so Krams. Ich lerne daraus: Keine Versprechungen mehr für die Zuunft. Einfach mal schauen was passiert. Und jetzt ohne Abschweifungen und Witzchen (die werden heute sicherlich sehr rar sein) zum Kernthema.

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Einfach mal machen.

Am Sonntag gibt es zwei Volksentscheide in Hamburg. Ihr habt das mitbekommen. Die Werbung dafür ist allgegenwärtig und wir haben uns schon gefragt, ob wir nun AUCH noch was dazu schreiben sollen. Jetzt auf den letzten Metern aber finden wir – wenn nur 1 Mensch wegen dieser Erinnerung doch noch seine Stimme abgibt, dann ist doch schon mal was gewonnen. Also – falls DU die Briefwahlunterlagen nicht schon abgeschickt hattest: geh am Sonntag in Dein Wahllokal und gib Deine Stimme ab.

Vielleicht haben manche durchdachte Gründe, gegen diese Anträge zu stimmen. Vielleicht verstehen manche nicht so richtig, was das Ganze überhaupt soll. Vielleicht nehmen manche das nicht so richtig wichtig. Wir würden sagen – aus Trägheit oder Vergesslichkeit sich nicht zu dieser Angelegenheit zu äußern wäre fast das Schlimmste.

Wir haben bei uns im Laden schon seit vielen Jahren den Anspruch: wenn von uns jemand eine Idee hat, von der vielleicht nicht alle zu 100% überzeugt sind, von der man vielleicht nicht weiß, ob sie so funktioniert, wie man sich das vorher erhofft – dann lasst es doch zumindest mal ausprobieren. Meistens richtet man damit keinen großen Schaden an und oft kommt man damit dann doch weiter als man dachte. Nicht immer nur Zweifeln und Hadern, sondern einfach erstmal ausprobieren.

Und sowohl die Initiative zum Grundeinkommen also auch der Hamburger Klimaentscheid sind wissenschaftlich gestützte Anträge, die im schlimmsten Fall nicht viel kaputt machen können und im besten Fall uns allen viel bringen können und auch weit über Hamburg hinaus ein Signal geben können. Und es gibt genug negative Entwicklungen und schlechte Nachrichten und Rückschritte, lasst uns das jetzt doch mal in Hamburg anders machen. Nicht immer nur Zweifeln und Hadern, sondern einfach erstmal ausprobieren.