für die nachwelt

Damit es nie, nie in Vergessenheit gerät und Generationen von zukünftigen Fans darüber staunen können: Die warenwirtschaft war im Fernsehen. Zugegeben, es ist jetzt schon eine Weile her, dass der Beitrag ausgestrahlt wurde, und noch länger, dass das Filmteam bei uns zu Besuch war – schaut nur die leichte Kleidung der Protagonisten! Hach, Sommer! – aber die Mühlen der Bio-Branche malen langsam. Wir brauchen eben unsere Zeit. Wir lassen dem Wirsing alle Ruhe, die er braucht, um seine volle Reife zu entfalten. So oder so: Hier ist er, der Film. Aus der NDR-Sendung „Markt!“ vom 24.11.2008. Das eine oder andere möchten wir noch ergänzend und richtigstellend hinzufügen: Florian und Nico sind schon eine ganze Weile keine Studenten mehr, sondern richtige Akademiker mit ordnungsgemäßen Abschlüssen. Und Berit und Reuli hatten ihr Café auch nicht so richtig alleine, sondern waren, wie in der warenwirtschaft auch, Teil eines Kollektivs, das nach wie vor besteht und sich sicherlich wundern würde, zu erfahren, dass die beiden die Kollektiv-Idee wohl irgendwie missverstanden haben… Zu guter letzt, wie schon an vielen Stellen erwähnt: Die Idee für das Mitglieder-Modell ist nicht unsere gewesen, sondern hat Tradition.

geflügel-engpass

Wie viele andere in der Branche sind auch wir von der Sperrung des Bioland-Betriebes RoBert’s Geflügel betroffen. Geschlossen worden ist da durchaus zu recht: RoBert’s ist eine Vertriebsfirma für die Produkte verschiedener Bioland-Geflügelhöfe. Einer dieser Höfe hat deutlich gepfuscht: Statt dem von EG-Bio- und Bioland-Richtlinien vorgeschriebenen Bio-Futter ist konventionelles Futter in großen Mengen zugekauft und verfüttert worden – damit sind Tiere als bio gehandelt worden, die nicht bio sind. Der Bioland-Verband hat dem Hof fristlos gekündigt. Nun ist der Besitzer des betreffenden Hofes, Berthold Franzsander, zugleich Gesellschafter bei RoBert’s, und auch dort ist nicht hundertprozentig seriös gearbeitet worden: Leider konnte RoBert’s die Herkunft der verschiedenen vertriebenen Produkte nicht nachvollziehen, so dass nicht klar ist, welches Fleisch von den korrekt wirtschaftenden Höfen stammt und welches vom Franzsander-Hof – also ist auch der Vertriebsfirma RoBert’s ein Vermarktungsverbot auferlegt worden. Hier findet ihr die Stellungnahme von Bioland, undhier einen Artikel zum Thema in der taz.
So ein Ereignis kann man nur mit viel Mühe ins Optimistische wenden: Die Tatsache, dass es bemerkt wird, spricht dafür, dass die Kontrollen funktionieren. Trotzdem ist ein solcher Sturz natürlich nicht nur für euch ärgerlich, die guten Gewissens Bio-Preise für nicht hundertprozentige Bio-Ware bezahlt haben, sondern immer auch ein herber Schlag für eine Branche, in der jenseits der unentbehrlichen Kontrollen Glaubwürdigkeit und über langjährige Geschäftsbeziehungen aufgebautes Vertrauen eine große Rolle spielen.
Für unseren und euren Alltag bedeutet das zunächst mal eine Geflügelknappheit – RoBert’s war einer der größten Vertreiber von Bio-Geflügel, und es wird ein Weilchen dauern, bis andere Betriebe sich entsprechend aufgestellt haben, um die Lücke zu schließen. Voraussichtlich werden wir in Zukunft verstärkt auf Geflügel vomBauckhof setzen. Der Bauckhof ist ein Demeter-Betrieb, der seit vielen Jahren sehr gute und konsequente Arbeit macht, in letzter Zeit am Aufbau einer Geflügelproduktion arbeitet und das jetzt mit dem Ausscheiden von RoBert’s natürlich umso nachdrücklicher tut. Fürs erste allerdings ist unser Fleischrepertoire deutlich kleiner geworden; die aktuelle Bestell-Liste findet ihr wie immer hier und im Laden auf dem Tresen. Falls Ihr dennoch Geflügel bestellen wollt, geht das momentan nur unter Vorbehalt – wir werden dann bei unserem Großhändler im Einzelnen nachfragen, ob und zu welchem Tag das zu kriegen ist und Euch dann telefonisch Rückmeldung geben. Aber auch das wird bald wieder besser und einfacher.

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Hamburg, im Januar eines nagelneuen Jahres 2009

In neuer Frische! Voller Elan! Ihr auch? Das schaffen wir schon, dieses 2009. Das wird gut.

Geflügel
Dies ist keine gute Nachricht, aber leider so wichtig, dass sie gleich an den Anfang muss. Fortan werden wir kein Fleisch mehr von RoBert’s vertreiben – denn RoBert’s hat gepfuscht. Die Details könnt ihr hier in der taz nachlesen. In aller Kürze: Bei RoBert’s Zulieferer ist unerlaubterweise konventionelles Futter an die Tiere gegeben worden, und zwar im großen Stil. Damit hätte das Fleisch nicht als bio verkauft werden dürfen, und mit Bioland-Siegel schon gar nicht. So ein Ereignis kann man nur mit viel Mühe ins Optimistische wenden: Die Tatsache, dass es bemerkt wird, spricht dafür, dass die Kontrollen funktionieren. Trotzdem ist ein solcher Sturz natürlich nicht nur für euch ärgerlich, die guten Gewissens Bio-Preise für nicht hundertprozentige Bio-Ware bezahlt haben, sondern immer auch ein herber Schlag für eine Branche, in der jenseits der unentbehrlichen Kontrollen Glaubwürdigkeit und über langjährige Geschäftsbeziehungen aufgebautes Vertrauen eine große Rolle spielen.
Man kann in einer solchen Situation nichts anderes tun, als konsequent zu reagieren und die Karten auf den Tisch zu legen, was wir hiermit zu tun hoffen. Für euch bedeutet das, dass in der nächsten Zeit Geflügel schwieriger zu besorgen sein wird, bis der Bauckhof seine geplante Erweiterung in der Geflügelproduktion umgesetzt hat oder sich andere Quellen auftun.

Fernsehen
Viele von euch waren ja im Fernsehen und wissen das womöglich noch gar nicht. Schaut mal hier – wir haben es endlich geschafft, einen Mitschnitt des Beitrags über die warenwirtschaft in der NDR-Sendung „Markt“ in die Finger zu kriegen und ins Internet zu servieren. Leider haben wir an dem Filmtag alle nicht richtig lippensynchron gesprochen – das kommt ja immer wieder mal vor, je nach Windstärke und Lichteinfall.

Schließzeit
Nun hatten wir ja zwischen den Jahren an zwei ganzen und zwei halben Tagen, an denen andere Geschäfte vielleicht geöffnet hatten, nicht geöffnet. Hätten wir nicht geschlossen, dann hätten wir nicht nur unsere in Deutschland verstreuten Familien nicht so ohne Weiteres besuchen können, wir hätten außerdem zusätzlich unsere Inventur und die nötigen Renovierungsarbeiten an den Feiertagen oder nachts machen müssen – insofern waren wir sehr, sehr froh um einige zusammenhängende Tage, an denen wir nicht für euch an den Theken stehen mussten. Übrigens das erste mal, dass wir mehr als zwei Tage am Stück nicht arbeiten mussten, seitdem wir mit der Renovierung des Ladenlokals im April angefangen haben. Für den einen oder die andere von euch war es sicherlich unschön, zwischen den Jahren nicht bei uns einkaufen zu können, aber von vielen kam auch Zuspruch im Sinne von „Das habt ihr euch jetzt aber auch verdient“. Kritik hat es allerdings auch gegeben – freundliche und konstruktive (die wir uns immer gerne anhören), aber auch weniger freundliche. Und eine Kündigung. Für die schweigende Mehrheit, von der wir nicht wissen, ob und wieviel Verständnis für die Schließung da ist, nochmal ein paar Worte:
Wir wollen uns hier jetzt sicherlich nicht als wer weiß was für Gutmenschen verkaufen – aber wir glauben, dass unser Laden eine Menge mehr auf die Kunden zugeht und mehr Blicke hinter die Kulissen zulässt, als das andere Läden tun. Bei aller Wertschätzung des Servicegedankens war uns aber auch immer wichtig, dass unsere Arbeit uns nicht nur finanziell einigermaßen über Wasser hält, sondern uns auch die Freiräume lässt, einem gesunden Sozialleben nachzugehen. Die warenwirtschaft behält sich vor, insgesamt drei Wochen im Jahr für Instandsetzungsarbeiten und Ähnliches zu schließen – eben damit solche Dinge nicht als Überstunden gemacht werden müssen, aber auch, damit diejenigen von uns, die das möchten, auch mal gemeinsam Urlaub machen können. Die Mitgliederbeiträge sind aufs ganze Jahr gerechnet; ein Monat, in den solche Schließzeiten fallen, kann deshalb nicht weniger kosten als jeder andere. Das ist nichts, was wir uns jetzt aus den Fingern saugen, sondern steht so in den Geschäftsbedingungen, die jedes Mitglied unterschreibt.
Wir haben alle Kommunikationskanäle genutzt, die uns eingefallen sind, um die Schließzeit rechtzeitig und mehrfach anzukündigen – Website, Newsletter, Aushänge. Es tut uns leid, wenn die Schließung scheinbar manch einen von euch trotzdem überrumpelt hat. Beim nächsten Mal machen wir es möglichst noch deutlicher. Aber auf die insgesamt drei geschlossenen Wochen im Jahr werden wir nicht verzichten können und wollen.

Rampe
Ein seeehr altes Thema. Und so richtig etwas Neues zu sagen gibt es dazu eigentlich auch nicht. Dies nur als Hinweis, dass wir weiterhin daran arbeiten: Bisher haben wir keine erschwingliche und zugleich rundum runde Variante finden können und sind drauf und dran, uns für eine erschwingliche und nicht ganz so runde zu entscheiden, die dann zumindest für die Kinderwagenfahrenden eine Erleicherung bringen wird. Es gilt bloß noch, ein letztes Angebot abzuwarten, und dann wird sich auch wirklich was tun. Seit mindestens Mai letzten Jahres krebsen wir um diese Rampengeschichte herum und suchen und diskutieren uns blöde… Hätte keiner gedacht, dass in dieser ganzen Firmengründungs-Angelegenheit ausgerechnet das der anstrengendste Punkt werden würde.

Zahlen
Die Zahlen sind gut! Obwohl wir Umsätze und Mitgliederzahlen deutlich jenseits unserer Planungen hatten, ist ein paar Monate lang wesentlich weniger Geld hängengeblieben als geplant – wir hatten das auf unsere übereifrigen Sortimentserweiterungen zurückgeführt und da, wie ihr euch erinnert, erstmal gebremst. Und siehe: Mit einem mal stimmt alles mit dem Plan überein, offenbar haben wir in der Entwicklung unseres Geschäftsmodells keinen groben Fehler gemacht. Mit der jetzigen knappen Besetzung – fünf Kollektivmitglieder, die für sehr wenig Geld sehr viel arbeiten, plus eine Aushilfe – brauchen wir noch etwa 75 Mitglieder mehr, um einigermaßen kostendeckend funktionieren zu können. Das ist überschaubar – zwar hat die Mitgliederzahl den Dezember über stagniert (wie in der Branche allgemein üblich, versichern uns unsere Freunde von den anderen Mitgliederläden), aber inzwischen werden wir wieder mehr. Und wenn es dann noch ein paar mehr werden – das Ziel liegt nach wie vor irgendwo zwischen 500 und 600 – können wir womöglich irgendwann anfangen, unsere Schulden zu tilgen, an Altersvorsorge zu denken und uns selber ein bisschen mehr Stundenlohn zu gönnen. Goldene Zeiten…

Neue Sachen
An neuen Sachen bloß Käse. Aber leckeren: Manchego Picao, Pecorino Romano, Le Montsurais (fettarmer Brie) und bald endlich Schafsfrischkäse mit und ohne Kräuter (Moorhexe). Ach ja, und es gibt endlich wieder leckere Mangos, die verkaufen wir dann auch gerne. Kent heißt die Sorte, ihr kennt sie vom letzten Jahr. Sie kommt aus Peru und schmeckt gut.

Und noch eine Privatangelegenheit
Florian und seine Mitbewohner suchern schon lange und dringend eine neue Wohnung. Insgesamt sind sie drei Erwachsene und drei Kinder. Damit brauchen sie also eine große Wohnung mit mindestens 5 Zimmern. Oder zwei benachbarte Wohnungen. Für nicht mehr als 1500 € warm. Im Bereich Ottensen, Altona, St. Pauli, Bahrenfeld. Das ist natürlich nicht einfach, und daher scheut er sich auch nicht, euch um freundliche Hinweise zu bitten, wenn ihr was wisst. Und dankt schon jetzt.

 

Schönen Tag noch,
Anne, Berit, Florian, Nico und Reuli

 

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Hamburg, im Dezember 2008

Ihr alle!

Dies ist der vermutlich letzte Newsletter des Jahres. Also macht es euch gemütlich, vielleicht mit einem schönen Glas Wein und bei Kerzenlicht im Kreise eurer Lieben, und genießt ihn so richtig.

NeuSuppe!
Ab sofort, beziehungsweise seit einer guten Woche, bieten wir auf vielfache Nachfrage in der Mittagszeit Suppe an, und zwar möglichst jede Woche eine andere. Zur Zeit: Apfel-Kürbis. Sehr, sehr lecker. Die Portion ist reichlich, es gibt noch Schmand obendrauf und Brot dazu – das hält euch schön warm, wenn es draußen nass und kalt ist. Wenn euch die Idee gefällt, sendet uns ein Zeichen: Kauft Suppe.

Im Fernsehen
Viele von euch haben es ja zufällig gesehen, und eine ganze Menge neue Leute sind dadurch auf uns aufmerksam geworden: Am 24.11. lief ein sehr netter kleiner Beitrag über die warenwirtschaft im NDR-Verbrauchermagazin „Markt“, in dem nicht nur wir, sondern auch einige von euch zu Wort kommen. Leider haben wir selbst auch erst knapp vorher vom Sendetermin erfahren, so dass wir euch nicht mehr bescheidsagen konnten. Und aus unbekannten Gründen ist der betreffende Beitrag der einzige, der nicht im Beitrags-Archiv auf der NDR-Website abrufbar ist. Allerdings ist uns eine DVD mit der Aufzeichnung versprochen worden, und sobald wir die haben, denken wir uns irgendeine High-Tech-Lösung aus, wie wir diesen Meilenstein der Geschichte von Film und Fernsehen den Interessierten unter euch zugänglich machen können.

EC-Zahlungen
Weil sowas ja heutzutage technisch überhaupt kein Problem mehr ist, ist unser EC-Gerät über Nacht ohne unser Zutun übers Internet automatisch und zentral mit einem Update versehen worden, das uns auf den allerneusten Stand der Technik gebracht hat. Seitdem funktioniert so einiges nicht mehr.
Problematisch sind vor allem Sparda-Karten, manchmal auch Postbank. Meistens klappt es in so einem Fall dann im zweiten oder dritten Anlauf, aber manchmal eben auch nicht – und wenn ihr in so einer Situation kein Bargeld dabeihabt, müssen wir aus einem ganzen Haufen komplexer Gründe die Zahlung dann trotzdem als Barzahlung buchen und statt Bargeld einen Schuldenzettel in die Kasse legen. Und den müsst ihr aus ebendiesen Gründen dann beim nächsten Mal auch bar bezahlen, sonst gerät unsere Buchhaltung durcheinander, und unser Buchhalter versohlt uns die betriebswirtschaftlich unfähigen Hinterköpfe. Unser EC-Kartenbetreiber sowie die Sparda-Bank arbeiten daran, das Problem zu beseitigen, aber bis dahin bleibt uns nichts anderes übrig, als uns irgendwie damit zu arrangieren.

Mitgliedskartenverleih
Darf man eigentlich nicht, ist ja klar. Es gibt allerdings Situationen, in denen man es natürlich doch darf. Zum Beispiel, wenn ihr krank oder sonstwie verhindert seid, jemanden für euch zum Einkaufen schickt und diesem jemand eure Karte mitgebt. In einem solchen Fall würden wir aber darum bitten, dass ihr kurz anruft und bescheidgebt, dass jemand kommt. Dann wissen wir ganz sicher, dass es sich um niemanden handelt, der die Karte auf der Straße gefunden oder euch bei einem Raubüberfall abgenommen hat (die Dinger sind begehrter als man denkt!).

Weihnachtssortiment
Da sind tatsächlich einige besonders leckere Sachen schon jetzt nicht mehr lieferbar, weil viele andere Leute die offenbar auch besonders lecker finden. Wenn ihr also in stiller, fast kindlicher Vorfreude täglich an einer Tüte Marzipankartoffeln vorbeilauft und denkt: „Eines Tages kauf ich dich! Wenn nur die heilge Weihnacht noch ein Stücklein näher ist!“, dann ist unser Rat: Besser früher als später dem Drang nachgeben, sonst gibt es keine Marzipankartoffeln mehr, wie es schon jetzt keine Schoko-Zimt-Mandeln mehr gibt. Wir für unseren Teil bereuen sehr, nicht mehr von den Dingern gegessen zu haben.
In diesem Zusammenhang auch nochmal die Erinnerung an die Weihnachtsschließung: Am Heiligabend-Mittwoch öffnen wir von 9 bis 12 Uhr, und dann schließen wir bis zum 2. Januar!

Neue Sachen
Da gibt es so das eine oder andere. Zum Beispiel feine Weine: Cabernet Barrique von Giol (italienisch), Solluna Montepulciano (italienisch, nach den guten Empfehlungen durch seinen Bruder Nero d’Avola), Domaine de Brau Chardonnay (französisch, ein rauchiger Weißer, weil, um Himmels Willen, wir hatten noch keinen Chardonnay). Und auch Käsen: Morbier, Zwölfender, Brie mit Walnüssen, und noch so mancher mehr! Außerdem: Johannisbrot. Sieht komisch aus, liegt im Gemüseregal und schmeckt süß, wenn man es kaut. Nicht auf die Kerne beißen!

So. Es gibt uns zwar erst ein paar Monate, aber da in der Welt der Finanzämter trotzdem unser erstes offizielles Geschäftsjahr mit dem Dezember enden wird, ist ein kleiner, sentimentaler Geschäftsjahresrückblick sicherlich nicht fehl am Platze:
Wisst ihr noch, wie es war, als wir keine Türen hatten, sondern bloß Holzbretter? Könnt ihr euch noch erinnern, wie Nico beim schwungvollen Versuch, das Deichkäse-Preisschild zu lesen, nahezu mit dem Kopf die Käsetheken-Schiebetür zertrümmerte, weil er dachte, sie sei nicht da? Und was haben wir gelacht, als Reuli die Preisschilder für Chicoree und Radicchio verwechselt hat! Und dann die für Pastinaken und Süßkartoffeln. Ja, wir waren jünger damals, aber wir wussten auch weniger. Und jetzt haben wir über 260 Mitglieder, und die Arbeit mit euch ist uns zum Alltag geworden. Es kommt uns vor, als wären seit dem Tag, an dem wir zum ersten Mal die Türen geöffnet bzw. die Bretter beiseitegeräumt haben, mehrere Ewigkeiten vergangen.
Und jetzt wirklich ganz ohne Witz: Ein sehr angenehmer Alltag ist das. So muss Arbeiten sein.

Macht euch eine schöne Zeit, esst viel und gut, kommt gut rüber und bald wieder.
Anne, Berit, Florian, Nico und Reuli

 

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Hamburg, bloß zehn Tage später als beim letzten Mal. Also im November 2008. Immer noch. An einem schönen, sonnigen Tag im Herbst jedenfalls.

Liebe Gemeinde!

Ein paar Neuigkeiten, und schon können wir uns wieder nicht mehr zurückhalten. Aber das eine oder andere vom Folgenden solltet ihr wohl besser früh als spät wissen, also: Newsletter Nummer 12.

Wir machen dicht
Und zwar zwischen Weihnachten und Neujahr, für Inventur, Instandsetzungsarbeiten und, zugegeben, den einen oder anderen Besuch bei der Familie.
Am Heiligabend öffnen wir trotz Mittwoch ausnahmsweise vormittags – aber auch nur vormittags, nämlich von 9 bis 12. Allerdings solltet ihr an dem Tag damit rechnen, dass bei uns a) die Hölle los ist und b) ihr den einen oder anderen Einkaufswunsch nicht mehr erfüllt bekommt, weil wir versuchen werden, möglichst viele frische Sachen auszuverkaufen, damit sie uns über die Schließzeit nicht vergammeln. Unsere Empfehlung: Macht eure Einkäufe möglichst schon vorher…
Dann schließen wir bis zum 2. Januar um 9
, und danach geht alles weiter wie gehabt.

Fleischliste
Im Internet und im Laden ist jetzt eine neue Liste für Fleischbestellungen zu finden – nicht, dass ihr mit den Listen, die ihr vielleicht zuhause ausgedruckt liegen habt, die tollsten Fleischpläne macht, und dann haben wir das Gewünschte gar nicht mehr im Programm. Solche Fleischsortimentsänderungen werden abhängig von den Schlacht-Terminen gerade unserer kleineren Lieferanten immer wieder mal vorkommen, es lohnt sich also, hin und wieder vor Bestellungen nachzusehen, ob es eine neue Liste gibt.

Der Novello
Nach dem großen Erfolg des Federweißen und des Primeurs, der französischen Variante des Frühweins, kommt jetz der erste italienische Wein des jahres 2008! Novello di Filippo aus Umbrien. Umbrien! Welch eine Herkunft! Filippo! Welch ein Name! 2008! Welch ein Jahrgang! Spanien Europameister! Obama gewählt! Warenwirtschaft gegründet! Wirtschaft im Aufruhr! So ein junger Wein und doch schon stolze 13,5%! Respekt!

Jahrhundertwahl
Kaum zu glauben, wie sich die Ereignisse überschlagen: Erst beobachtet die Welt mit angehaltenem Atem die Wahl des neuen Präsidenten der USA, und kaum hat Obama gewonnen, kaum atmet die Welt erleichtert auf, kaum hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden, kündigt sich schon der nächste an: Die Schrot&Korn ruft auf zur Wahl des allerbesten Bioladens. Und hierfür stehen wir ein: Sollten wir diese historische Wahl gewinnen, werden wir hin und wieder den einen oder anderen Gemüsepreis senken, wir werden weiterhin zum Schutz des Klimas fast immer mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, und wir werden aufs Engste mit dem von uns sehr geschätzten Mr. Obama in der Schaffung einer besseren Welt zusammenarbeiten. Yes we can! Aber we can nur, wenn ihr uns eure Stimme gebt, und zwar unter diesem Link. Leider ist die warenwirtschaft noch nicht in der komfortablen Runterklapp-Liste (Computerjargon) des Online-Wahlzettels enthalten – wenn ihr uns also wählen wollt, müsst ihr uns von Hand eintragen. Umständlich, ja – aber ein kleiner Preis. Oder?

Sortimentserweiterungsbremse
In den letzten zwei Monaten haben wir auf sehr viele eurer Wünsche reagiert und unser Sortiment beträchtlich erweitert. Dabei haben wir aber unterschätzt, dass jedes neue Quarkpäckchen im Regal, das vorher nicht da war, eine kleine Neuinvestition ist – mit anderen Worten: Wir haben für diese Erweiterungen ziemlich viel Geld ausgegeben, ohne es so richtig zu merken. Deswegen haben wir entschieden, uns in dieser Hinsicht zumindest für den Rest des Jahres ein bisschen zurückzuhalten. Ihr könnt uns natürlich weiter gerne sagen, was euch fehlt, und wir denken dann gerne darüber nach – aber bitte habt Verständnis, dass wir in nächster Zeit nicht ganz so viele Wünsche gleich in die Tat umsetzen werden.

Heißgetränk
Und weil ihr jetzt sowieso schonmal am Lesen seid, ergreifen wir die Gelegenheit und erinnern nochmal an etwas Un-Neues aus dem letzten Newsletter: Am Samstag, 22.11., ab 17 Uhr trinken wir gemütlich Glühwein (und auch familienfreundlichen Punsch), vorzugsweise unter sternenklarem Himmel, ins knisternde Feuer schauend, mit von der Kälte ganz roten Näschen und Bäckchen, aber glücklich. Alle Leute mit Näschen und Bäckchen sind willkommen.

Schöne Tage,
Anne, Berit, Florian, Nico und Reuli

 

warenwirtschaft.

warenwirtschaft newsletter 11

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Hamburg, im November 2008

Hallo!

Zuerst das am wenigsten Neue: Wir haben mittwochs vormittags unsere Kollektivsitzung und daher erst ab 12 Uhr auf. Das ist die Zeit, in der wir die ganzen wichtigen Entscheidungen treffen und uns gegenseitig über alles Mögliche auf dem Laufenden halten, für uns für die Leitung des Betriebs unentbehrlich. Das machen wir schon immer so, seitdem wir den Laden eröffnet haben – aber da wir immer wieder einige arme Seelen mittwochs vor zwölf einkaufswillig vor unserer verschlossenen Tür stehen sehen, dachten wir, wir erwähnen das hier nochmal.

Das waren die Olds, jetzt die News (haha!).

Wir fanden ja immer den Gedanken gut, nicht nur einen Laden zu machen, sondern auch ein Café, wo man dann, wenn irgendwann Routine eingekehrt ist, zur Abwechslung auch ein bisschen auf Kultur machen kann und so: Mal eine Lesung veranstalten, mal ein Filmchen zeigen, sowas. Der erste Schritt in diese Richtung soll demnächst gemacht werden: Am Samstag, dem 22.11. laden wir nach Feierabend und nach Ladenreinigung, also ab 17:00 Uhr, zum geselligen Glühweintrinken. Wenn wir dürfen, stellen wir sogar einen Feuerkorb auf die Terrasse. Und was hat mehr Kultur als ein Becher Glühwein, wenn die Tage kälter werden? Richtig, fast nichts.
Alkoholfreie Punsche (Pünsche?) etc. wird es natürlich auch geben, und vielleicht auch die eine oder andere heiße Marone. Achtung: Verkaufsveranstaltung! Verschenken können wir uns leider nicht leisten… aber wir machen gute Preise, versprochen.

Im Rahmen des zur Zeit stattfindenden historischen Gemüse-Paradigmenwechsels, des langerwarteten „Change“ im Gemüsesortiment, verabschieden wir uns für dieses Jahr von vielen regionalen und deutschen Öbsten und Gemüsen: Die Tomaten kommen inzwischen aus Italien oder Spanien und haben ihren Sommergeschmack abgelegt, Salat wird wesentlich teurer und ist auch nicht mehr von hier, Gurken sind griechisch, Broccoli nur mit Glück noch aus der Pfalz, sonst aus Frankreich. Dafür rücken andere Sachen näher, die wir bisher aus entfernten Weltgegenden kommen lassen mussten: Kiwis kriegen wir jetzt aus Italien, Orangen und Clementinen nicht mehr aus Südafrika, sondern vom Mittelmeer. Regional ist zur Zeit vor allem noch Kohl in allerlei Varianten. In diesem Zusammenhang ein Hinweis: Um den Verlust des deutschen Salates abzumildern, kann man sehr gut als Ersatz zu deutschem Chinakohl greifen! Schmeckt sehr gut roh als Salatbestandteil.
Und natürlich haben wir regionalen Kürbis, den ihr ja auch immer ziemlich viel kauft. Falls euch die Rezepte ausgehen: Hier ein leckeres, das uns eine fürsorgliche Mitgliedin reingereicht hat.

NEW ENGLAND PUMKIN PIE

Für den Teig:
250 g Mehl
2 TL Zucker
1/2 TL Salz
180 g Butter
1 Ei
1 1/2 TL Rotweinessig
2 EL kaltes Wasser

=> alles mischen und den Teig kaltstellen

Für die Füllung:
380g Kürbispüree (Kürbis halbieren, Kerne mit Löffel rausschaben, in den Backofen für ca. 15-20 Min., dann das Püree mit dem Löffel auslösen)
3 EL (50 g) zerlassene Butter
130g Zucker
60 ml Ahornsirup
1 TL Zimt
1/2 TL frische geriebene Muskatnuss
1/2 TL gemahlene Nelken
3 Eier (getrennt)
1/8 l Milch
60 ml Sahne

=> alles außer Eiweiß verrühren, Eiweiß steifschlagen und dann unter die Masse heben.
=> Springform mit Teig auslegen (dabei einen Rand stehen lassen) und Füllung einfüllen.
=> ca. 50 Min. bei 180 Grad in den Ofen
=> rausnehmen, aufessen.

Unser neuer Kühlschrank ist inzwischen gar nicht mehr soo neu, aber trotzdem gebührt ihm eine Erwähnung: Er steht neben dem Kühlregal und hat die Fürsorge für so einige Produkte von dort und aus der Käsetheke übernommen. Manchmal wird er übersehen. Wenn ihr also mal etwas Gekühltes vermisst, werft einen Blick in den Neuen.

Wir spielen ja ziemlich viel Musik bei uns, und hin und wieder werden wir nach dem einen oder anderen Interpreten gefragt. Wenn euch das Zeug gefällt, das bei uns läuft, dann schaut doch mal hier bei last.fm nach, wo die warenwirtschaft für mehrere Hundert Trilliarden Euro ihren eigenen Internet-Radiosender gekauft hat, um ihn euch kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Da kann man allerhand Musik anhören, die auch bei uns läuft, und zwar muss man dafür auf „Spiele warenwirtschafts Musiksammlung“ klicken. Ist auch sonst eine schöne Seite, wenn man Spaß an Internet, Musikhören und Zeitvertrödeln hat.

Das Weihnachtssortiment ist da – habt ihr ja wahrscheinlich schon gesehen. Weil fast bald Weihnachten ist. Gut, es ist erst November, aber im Vergleich mit allen anderen sind wir schon echt spät dran! Und außerdem schmeckt das Zeug einfach gut. Die Nougatstückchen zum Beispiel, von Berit liebevoll abgewogen und handverpackt. Oder die Zimt-Schoko-Mandeln. Oder die Schoko-Nüsschen. Mhm. Schaut uns dabei zu, wie wir jeden Tag ein bisschen dicker werden! Macht mit!
(Die „Nörgelware“-Position an der Kasse ist übrigens nicht so gewählt, damit eure Kinder euch möglichst viel Ärger machen, weil sie Schokolade wollen – es hat uns anderswo einfach an Platz gefehlt.)

Und unsere Befindlichkeit? Die ist gut. So nach und nach wächst das Gefühl, dass unser Laden zum Teil der Nachbarschaft wird, und das ist schön zu sehen. Der Mann mit der Laubpuste pustet uns die Terrasse frei und kriegt dafür Kaffee, Freunde laufen sich bei uns über den Weg, jemand geht im Café ans Telefon und meldet dem Anrufer ganz selbstverständlich: „Ich bin in der warenwirtschaft“. Ganz sentimental werden wir da! Abseits von solchen abseitigen und natürlich völlig bedeutungslosen Gefühlsduseleien können wir aber auch zufrieden sein, was die harten Fakten angeht: Unsere Mitglieder sind inzwischen zu zweihundertsechundvierzigst, ein Stand, den wir eigentlich erst für März nächsten Jahres erwartet hätten. Wenn ihr so weitermacht, machen wir auch so weiter!

 

Bis bald,
Anne, Berit, Florian, Nico und Reuli

warenwirtschaft.