sommerpause

Auch der Sommer braucht bekanntermaßen mal eine Pause, und wie immer gönnen wir sie ihm.

Deshalb schließen wir vom 12. – 26. Juli

Am Montag, den 27. begrüßen wir euch dann wieder in neuem Glanz.

newsletter #61

Da kommt man eines morgens zur Arbeit, und dann hat uns jemand sowas vor die Tür gemalt.

Wie schön ist das denn? 

Sehr schön ist das denn.

Wir danken einem unbekannten Menschen für diesen Ausdruck von Wertschätzung – und reichen ihn gleich zurück ins Publikum (nicht den Menschen, den Ausdruck).

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Wie ist die Lage?

Ja wie ist sie denn eigentlich die Lage? In der warenwirtschaft (wir wollen mal den Bogen nicht zu groß spannen in diesem kleinen Post)?

Danke der Nachfrage. Sie ist ganz ok, die Lage. Was wir Euch mitteilen wollten…

Im Café:

Neu: Ihr könnt nun auch wieder bei uns Essen und Trinken. Wie anderswo auch: pro Sitzbereich (davon haben wir drinnen 2 und draußen etwa 3) Angehörige von maximal zwei Haushalten. Apropos draußen: Die neue Terrasse ist fertig. Ist das was?!

Ansonsten gibt es alles auch zum Mitnehmen. Pfandgefäße haben wir zum Austausch genügend da.

Im Laden:

Wie in den letzten Wochen auch: Maske aufsetzen, pro Haushalt bitte nur eine Person und dann auch mit Einkaufswagen reinkommen. So können wir die Anzahl der Menschen im Laden klein genug halten um einigermaßen die notwendigen Abstände einhalten zu können. Wenn kein Wagen draußen steht heißt das: Bitte einen Moment warten.

Und wenn Ihr dann noch relativ zügig Eure Sachen einpackt, freut sich die oder der nächste in der Warteschlange. Und wir auch. Klar.

Danke, das war’s für den Moment. Ihr könnt jetzt weitermachen.

sonderdepesche corona 2

Es ist elf Uhr morgens. Ich sehe meinen Nachbarn nebenan komisch im sonnenbeschienenen Garten zappeln, dann komme ich raus und höre die Beats, er winkt mir von drüben zu.
“Heute Clubnacht!”
“Alleine?”
“Ganz alleine ist man nie. Ihr tanzt ja im Grunde auch mit.”
Solche Zeiten sind das. Unter anderem.

Wie ihr euch vorstellen könnt, ist unsere Arbeit gerade oft anstrengend und manchmal durchaus bedrückend.
Aber: Es geht uns gut.
Und wir sind dafür sehr dankbar, denn wir müssen nicht weit nach links und rechts gucken, um zu erkennen, dass wir wesentlich weniger hart von der Krise getroffen werden als viele, viele andere. Wir können weiter unseren Lebensunterhalt verdienen und müssen uns, anders als viele, viele andere, keine Sorgen um unsere berufliche Zukunft machen.
Außerdem haben wir, das wird schnell klar, wenn man mal einen Schritt in andere Läden macht, eine außerordentliche Kundschaft, die überdurchschnittlich besonnen bleibt und von der uns viel Dankbarkeit entgegenschlägt – auch das sorgt dafür, dass uns in schweren Zeiten die Arbeit leichter von der Hand geht.

Das war das Zuckerbrot der Wertschätzung. Es folgt die Peitsche der Sachlichkeit.

Eintrittskaufswagen
Ihr findet jetzt eine beschränkte Anzahl Einkaufswagen draußen vor der Tür. Wer einkaufen möchte, nehme sich einen mit rein. Wenn keine mehr da sind: Bitte warten, bis wieder einer rauskommt. So stellen wir sicher, dass sich nicht zu viele Leute gleichzeitig im Laden befinden, ohne dass wir ständig zählen oder einen Kontrolleur an die Tür stellen müssen.
Damit sollte jederzeit genug Platz bei uns sein, dass ihr den Abstand zueinander halten könnt, den dieser Tage der Anstand gebietet – gerne auch im Eingangsbereich, wenn gleichzeitig Leute rein- und rauswollen.
Diese Möglichkeit zu nutzen und dabei freundlich und respektvoll zu bleiben, ist an euch.
Dass ihr wenn irgend möglich bitte allein einkaufen kommt, sollte inzwischen hoffentlich bei allen angekommen sein.

Bezahlen
Wir haben das Limit für EC-Zahlungen von zehn auf null Euro gesenkt, ihr könnt also jetzt auch bei kleinen Beträgen den Kassiervorgang nahezu vollständig kontaktlos belassen, wenn euch danach ist. Dazu sei gesagt: Nach unserem bisherigen Wissensstand geht von Bargeld keine größere Ansteckungsgefahr aus als von Türklinken, Einkaufswagen und anderen häufig angefassten Dingen. Und keine geringere als vom PIN-Eingabefeld auf dem EC-Kartenleser. Und insgesamt sowieso nur eine sehr kleine, die durch ordentliche Handhygiene gut Richtung null minimiert werden kann.
Abstand halten, Handhygiene und natürlich nicht Rumhusten – das sind die Maßnahmen, über deren große Wirksamkeit nach wie vor der breiteste Konsens besteht.

Mehr Bezahlen
Euch sind vielleicht ein paar erstaunlich teure Gemüse aufgefallen. Uns auch. Derzeit fahren die Spediteure aus Italien und Spanien, die uns Ware bringen, in vielen Fällen leer wieder zurück, weil in ihrer Heimat die Wirtschaft stillsteht und kaum Importe benötigt werden. Dadurch erhöhen sich die Kosten, die sie den Großhändlern für den Transport berechnen müssen, und damit letztendlich auch die Preise an unserem Gemüseregal.
Auch das geht vorbei.

Einkaufshilfe
Es häufen sich bei uns die Anfragen, ob wir Einkäufe für quarantänisierte Mitglieder zusammenstellen und irgendwie Übergaben organisieren können. Wir haben das vereinzelt gemacht, wir sehen ja die Not und wollen helfen – aber als das mehr wurde, haben wir schnell gemerkt, dass wir das als Laden nicht leisten können und ihr euch da privat drum kümmern müsst.
Unsere Personaldecke ist schon immer dünn, dieser Tage noch mehr, und das bei einer deutlich erhöhten Arbeitsbelastung. Wir sind also gerade ohnehin ziemlich an der Kante damit, unsere zentrale Aufgabe zu erfüllen: Den Laden am Laufen zu halten und die Regal voll.
Sagt es gern weiter: Wer Hilfe braucht, beim Einkaufen oder anderen Sachen, oder wer einfach mal aus der Einsamkeit der eigenen vier Wände heraus reden will, kann sich jeden Tag zwischen 10 und 15 Uhr an die folgende Nummer wenden:
0176 2920 8918
Es handelt sich um eine lokale, von engagierten Leuten privat organisierte Corona-Hotline für Hamburg, die Hilfsbedürftige und Hilfswillige aus der Nachbarschaft zusammenbringt.
Auch wer gesund ist und mithelfen möchte, ist hier sehr willkommen – Hilfsanfragen werden über Stadtteilgruppen im Messenger-Dienst Telegram verteilt, die man hier findet.

Die nicht wir sind
Der Griff zu Amazon & Co. ist in diesen Tagen sehr verlockend, das liegt auf der Hand. Zugleich ist er schädlicher denn je in einer Zeit, in der der kleine und mittlere Einzelhändler und Gastronomen vom Virus komplett weggewischt zu werden drohen. Viele kleine Hamburger Betriebe, die nicht mehr normal arbeiten können, haben andere Wege gefunden, ihre Ware an den Menschen zu bringen. Hier eine wachsende Liste.

Soweit.
Mit den Maßnahmen, die wir inzwischen im Laden umgesetzt haben, können wir das Infektionsrisiko natürlich nicht ganz ausschalten – aber doch drastisch reduzieren. Nach dem wilden Aufruhr der ersten Tage sind wir nun gut aufgestellt und ganz zuversichtlich, gemeinsam mit euch diese merkwürdigen Zeiten zu durchschiffen und weitestgehend intakt auf der anderen Seite wieder rauszukommen.

Und bis dahin? Gehen wir einander aus dem Weg wie Aussätzige oder Aussätzigen (wer weiß das heutzutage schon) und wissen noch nicht recht, mit welchem Gesichtsausdruck wir dabei am besten die komplexen Gefühle ausdrücken können, die damit einhergehen: Tut mir leid, ich meine es gut, nimm es mir nicht übel, guck, ich lächle, danke, dass du auch lächelst.
Ein bisschen unbeholfen, ein bisschen rührend, sehr menschlich ist das.
Solche Zeiten.
Glückauf!

Eure warenwirtschaft.

sonderdepesche corona

Liebe Leute,
bei uns ist in den letzten Tagen so viel los, dass wir unter dem Ansturm ganz schön ächzen. Das müsste nicht so sein.
Bitte vernehmt unser Flehen: Für panisches Bunkern gibt es keinen Anlass!
 
Was durchaus Sinn macht: 
Seltener und dafür organisierter einkaufen. 
Möglichst alleine einkaufen anstatt mit der ganzen Familie kommen, und bittebitte schon gar nicht mit verschnupften Familienmitgliedern, die uns quer übers Gemüseregal husten.
Und natürlich andere für euch einkaufen lassen, wenn ihr im Urlaub in Risikogebieten wart oder Symptome habt, das sollte ja ohnehin klar sein.
 
Was KEINEN Sinn macht: 
Hamstern. 

Im Gegenteil. Wer hamstert, streut Panik und macht die Versorgung schwierig, wo sie nicht schwierig sein müsste.
Wenn bei uns gerade Dinge knapp werden, dann ist das nicht, weil irgendwelche Lieferketten drohen zusammenzubrechen, sondern weil ihr zu schnell zu viel kauft. Wir kommen einfach mit dem Nachräumen und Bestellen nicht hinterher, deswegen sind die Regale manchmal an Stellen leer, an denen ihr es nicht gewohnt seid. 
Die Lager unserer Lieferanten sind voll, unser Hauptgroßhändler hat zum Beispiel wegen der geschlossenen Schulkantinen, die keine Lebensmittel mehr beziehen, eher zu viel Ware als zu wenig. Und selbst aus Italien, wo das öffentliche Leben weitestgehend stillsteht, erreicht uns die Nachricht, dass die Versorgung mit Lebensmitteln weiterhin einwandfrei funktioniert. 
Also macht euch bitte Sorgen um andere Dinge, aber nicht darum.
 
Was übrigens auch total Sinn macht: Anderen helfen. Solidarisch sein. Schaut euch in eurer Nachbarschaft nach Menschen um, die nicht selbst einkaufen gehen können, weil sie in Quarantäne sind, oder, noch dringlicher: alt und gebrechlich und allein. Fragt nach, was sie brauchen, und stellt es ihnen vor die Tür.
 
Und sonst, sicher alles andere als ein Geheimtipp, aber der sachliche, fundierte, hochspannende und sympathische tägliche NDR-Podcast mit Christian Drosten sollte zur Pflichtlektüre gehören.
 
Darüberhinaus gilt: Nicht anstecken, klar (die Maßnahmen zur Risikominimierung kann man seriös beim Robert-Koch-Institut nachlesen oder auch bei Drosten hören, aber keinesfalls aus WhatsApp-Kettenbriefen entnehmen), und vor allem: 

Lasst uns alle Sackgassen für das Virus sein! 
Für die allermeisten von uns ist die Krankheit nicht bedrohlich. Aber alle einzelnen können sehr viel dazu beitragen, dass sie diejenigen, für die sie definitiv bedrohlich ist, weniger und langsamer erreicht. So können wir helfen, dass möglichst zu keinem Zeitpunkt die Zahl der schweren Krankheitsverläufe die Zahl der verfügbaren Krankenhausbetten übersteigt.
Menschenansammlungen nach Möglichkeit vermeiden (umso mehr, wenn man hustet o.Ä.) ist vor diesem Hintergrund nicht Hysterie, es ist ein Akt der Solidarität mit denjenigen, die in den nächsten Wochen auf ein gut funktionierendes Gesundheitssystem angewiesen sein werden.
 
Vor diesem Hintergrund gibt es auch bei uns Änderungen im täglichen Betrieb.
 
Wir stellen bis auf Weiteres unseren Cafébetrieb vollständig auf To-Go um, bieten also alles nur noch zum Mitnehmen in Pfandgefäßen an. 
Bei uns hocken sonst jeden Tag ziemlich viele Leute ziemlich eng aufeinander, das ist ja auch schön so, aber derzeit sollte man sowas vermeiden, wo man es kann. Wir können. Nichtsdestotrotz sei gesagt: Insbesondere der Mittagstisch ist eine wesentliche finanzielle Säule unseres Unternehmens, von der damit voraussichtlich weite Teile wegbrechen werden. Wir freuen uns also, wenn ihr trotzdem weiterhin euer Mittagessen in unserem Café kauft. Bitte dafür bis auf Weiteres keine eigenen Gefäße mitbringen, sondern unsere Pfandgefäße verwenden – die wandern dann von eurer Hand direkt in die Spülmaschine und nur frisch aus dem Regal wieder an euch.
 
Das Konzert mit Ryan Power am Montag entfällt, ebenso das mit Sama Dams am 1. April. 
Dazu muss man vermutlich nicht viel mehr sagen, außer: Freischaffende Künstlernde und Musizierende, die unter anderem in Läden unserer Größenordnung unterwegs sind, werden von der Corona-Krise wirtschaftlich besonders hart getroffen. Es trifft ja alle, aber diese Leute sind ohnehin in der allermeisten Fällen prekär unterwegs, investieren oft weite Teile ihrer Ersparnisse in das Wagnis einer Tour und werden jetzt reihenweise gecancelt. Wir zahlen ihnen trotz Absage die Mindestgage, aber das kann/tut beileibe nicht jeder Veranstalter, und geplante Hilfsmaßnahmen seitens der Regierung sind gerade vor allem auf Unternehmen und abhängig Beschäftigte zugeschnitten. Wer da eine niederschwellige  Unterstützung leisten möchte, kann sich ja mal diese Petition hier ansehen. 

Weitere Absagen sind wahrscheinlich, aber der nächste Termin Ende April ist noch ein Weilchen hin – wir beobachten die Lage und hoffen das Beste.
 
Zum Schluss noch ein kunstvoller verbaler Schlag in die Magengrube, der mir nicht aus dem Kopf geht und an den wir dringend werden anknüpfen müssen, sobald wir es wieder können:
 
CORONA-LEHRE
Quarantänehäuser sprießen,
Ärzte, Betten überall
Forscher forschen, Gelder fließen
Politik mit Überschall.
Also hat sie klargestellt:
Wenn sie will, dann kann die Welt.
Also will sie nicht beenden
Das Krepieren in den Kriegen,
Das Verrecken vor den Stränden
Und dass Kinder schreiend liegen
In den Zelten, zitternd, nass.
Also will sie. Alles das.
Thomas Gsella
 
Soweit. Bleibt gesund. Wir bleiben auch gesund. Dann wird alles gut..
 

café bleibt heute (samstag) geschlossen

Nee, nicht wegen Corona. Wegen Personal. 

Also indirekt doch ein bisschen wegen Corona vielleicht – während der Ferien besetzen wir uns sparsamer, weil da immer so wenig los ist, und dann fahren Teile von uns weg. Aber wenig los ist in diesen Ferien definitiv so gar nicht, zu dritt ist ein Samstag mit Laden und Café in diesen Zeiten nicht zu bewältigen.